{"id":183,"date":"2021-02-27T20:58:57","date_gmt":"2021-02-27T20:58:57","guid":{"rendered":"https:\/\/frauenkollektiv.de\/?p=183"},"modified":"2025-06-16T13:05:15","modified_gmt":"2025-06-16T13:05:15","slug":"warum-brauchen-wir-frauenorganisationen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frauenkollektiv.de\/index.php\/2021\/02\/27\/warum-brauchen-wir-frauenorganisationen\/","title":{"rendered":"Warum brauchen wir Frauenorganisationen?\u00a0"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-stackable-text stk-block-text stk-block stk-0a93a32\" data-block-id=\"0a93a32\"><p class=\"stk-block-text__text\">Das System in dem wir leben liefert die Notwendigkeit f\u00fcr eigene Frauenorganisationen, um es entsprechend angemessen bek\u00e4mpfen zu k\u00f6nnen.<\/p><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-stackable-text stk-block-text stk-block stk-b033d6a\" data-block-id=\"b033d6a\"><p class=\"stk-block-text__text\">Die Frau der Arbeiter:innenklasse wird durch verschiedene Formen im Kapitalismus und Patriarchat unterdr\u00fcckt. Alltagssexismus, Sexualisierung von Frauenk\u00f6rpern, patriarchale Rollenbilder, Verweigerung von k\u00f6rperlicher Selbstbestimmung, Gewalt gegen Frauen uvm. All das sind verschiedene Formen der Unterdr\u00fcckung, die uns klein halten und ideologisch unsere doppelte Ausbeutung als Frau und Arbeiterin legitimieren sollen. Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung bedingen sich also gegenseitig.<\/p><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-stackable-text stk-block-text stk-block stk-6e756c9\" data-block-id=\"6e756c9\"><p class=\"stk-block-text__text\">In diesem System in dem M\u00e4dchen also dazu erzogen werden ruhig zu sein, w\u00e4hrend Jungs laut und wild sein sollen. In dem System in dem Frauen wei\u00df gemacht wird ihre Aufgabe w\u00e4re es den Haushalt zu schmei\u00dfen, Kinder zu kriegen und dem Mann sexuell verf\u00fcgbar zu sein \u2013 in diesem System nimmt jeder Mann automatisch die Rolle des Unterdr\u00fcckers ein und jede Frau die Rolle der Unterdr\u00fcckten. M\u00e4nner profitieren hierbei automatisch von der Unterdr\u00fcckung der Frau und sind dementsprechend auch so sozialisiert die Rolle des Unterdr\u00fcckers auszuf\u00fchren, sowie die Unterdr\u00fcckung der Frau nicht zu wahrzunehmen.<\/p><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-stackable-text stk-block-text stk-block stk-a72843d\" data-block-id=\"a72843d\"><p class=\"stk-block-text__text\">Das ist auch der Grund, warum wir eigene Frauenorganisationen brauchen. Wenn 50% der Arbeiter:innenklasse eine besonderen Form der Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung erf\u00e4hrt, dann m\u00fcssen wir f\u00fcr diese 50% eine besondere Organisationsform finden, um gegen diese Form der Unterdr\u00fcckung anzuk\u00e4mpfen. M\u00e4nner und Frauen haben nicht die selben Voraussetzungen. Wenn wir heute also alle Geschlechter gleich behandeln, obwohl sie keine gleichen Voraussetzungen haben, schaffen wir keine Gleichheit. Im Gegenteil, wir w\u00fcrden das Unterdr\u00fcckungsverh\u00e4ltnis lediglich reproduzieren. Wir brauchen Orte, an denen wir in einem m\u00f6glichst gesch\u00fctzten Rahmen diskutieren k\u00f6nnen, uns gemeinsam bilden und entwickeln und unseren Kampf gegen das Patriarchat organisieren k\u00f6nnen. Um diese R\u00e4ume zu schaffen, muss es uns m\u00f6glich sein, die Menschen davon auszuschlie\u00dfen, die vom Patriarchat profitieren und uns unterdr\u00fccken! Das ist ein wichtiger Grund, wenn es darum geht warum wir Aktionen planen, bei denen wir nur als Frauen auf die Stra\u00dfe gehen. Wir m\u00f6chten dass Frauen ihr Potenzial entfalten und sich zu starken K\u00e4mpferinnen gegen das Patriarchat entwickeln k\u00f6nnen.<\/p><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Keine R\u00fcckzugsr\u00e4ume vor dem Patriarchat<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-stackable-text stk-block-text stk-block stk-aad3f72\" data-block-id=\"aad3f72\"><p class=\"stk-block-text__text\">Wenn wir \u00fcber Frauenr\u00e4ume sprechen, dar\u00fcber dass wir als Frauen zusammen kommen, uns als Frauen zusammen organisieren und Frauensolidarit\u00e4t leben, dann wollen wir uns st\u00e4rken, uns einander zu glauben und f\u00fcr einander einzustehen. Das meint uns gegenseitig als Frauen f\u00fcr falsches Verhalten zu kritisieren und uns so in unserem Kampf gegenseitig weiter zu entwickeln.<\/p><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-stackable-text stk-block-text stk-block stk-f21a386\" data-block-id=\"f21a386\"><p class=\"stk-block-text__text\">Was es aber nicht meint sind sogenannte \u201eSafe Spaces\u201c (dt.: \u201esichere R\u00e4ume\u201c). Denn uns ist klar: im jetzigen System gibt es keinen sicheren Raum vor dem Patriarchat. Auch wir Frauen sind patriarchal sozialisiert und dazu erzogen in anderen Frauen Konkurrentinnen zu sehen, ebenfalls andere Frauen auf ihr Aussehen zu reduzieren oder andere Frauen schlechter zu machen, um selber gut dar zu stehen. Das bedeutet, dass wir kontinuierlich an diesen Verhaltensweisen arbeiten und sie zur\u00fcckdr\u00e4ngen m\u00fcssen. Dass wir aber Frauenorganisationen nicht als sicheren und entspannten R\u00fcckzugsort vor dem Patriarchat betrachten d\u00fcrfen. Sie dienen als Organisationsform in denen wir gezielt den Kampf gegen Kapitalismus und Patriarchat organisieren, anleiten und durchf\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Frauen machen nicht nur Frauenarbeit<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-stackable-text stk-block-text stk-block stk-faad5df\" data-block-id=\"faad5df\"><p class=\"stk-block-text__text\">Frauenorganisationen arbeiten nicht nur zu \u201efrauenspezifischen\u201c Themen und Tagen, wie dem Frauenkampftag (8.3) oder dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen (25.11). Als Frauen sind wir in allen Themenbereichen besonders durch Kapitalismus und Patriarchat betroffen. Sei es im Bezug auf das Thema Teuerungen, Wohnungsnot, Armut, aber auch Umweltschutz und Faschismus usw. Das bedeutet also auch, dass wir als Frauen zu all diesen Themen arbeiten und unsere Perspektive und unseren Kampf auf die Stra\u00dfe tragen m\u00fcssen. Ebenso m\u00fcssen wir uns als Frauen zu allen Themenbereichen bilden und politisieren. Wie sollen wir sonst verstehen, dass wir als Frauen besonders ausgebeutet werden, wenn wir uns nicht mit \u00d6konomie befassen? Wie sollen wir verstehen, dass Faschismus und Frauenhass so eng beieinander liegen, wenn wir uns nicht die Entstehung des Faschismus und seine Eigenschaften anschauen? Wir m\u00fcssen uns als Frauen in allen Bereichen umfassend bilden und politisieren, um auch das System welches uns ausbeutet und unterdr\u00fcckt umfassend zu bek\u00e4mpfen!<\/p><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Patriarchat spaltet, aber Frauenkampf vereint!<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-stackable-text stk-block-text stk-block stk-3e3440c\" data-block-id=\"3e3440c\"><p class=\"stk-block-text__text\">Zu guter Letzt steht noch die Frage im Raum, ob nicht durch eigene Frauenr\u00e4ume, eigene Organisationen und eigene Aktionen die Spaltungslinie zwischen den Arbeiter:innen verst\u00e4rkt wird, die durch das Patriarchat hervorgerufen wird. Diese Frage beantworten wir ganz ausdr\u00fccklich mit nein! Sogar ganz im Gegenteil! Der Kampf in eigenen Frauenorganisationen, der Kampf gegen das Patriarchat und f\u00fcr die Frauenrevolution \u2013 das ist kein spalterischer Kampf. Das ist ein Kampf der allen Arbeiter:innen zu gute kommt, ein Kampf der die Spaltungslinie nicht verst\u00e4rkt, sondern verringert. Denn unser Kampf stellt die Befreiung aller Geschlechter dar. Auch die Befreiung der Unterdr\u00fccker. Denn wie kann jemand frei sein, wenn seine ihm zugewiesene Rolle darin liegt andere zu unterdr\u00fccken? Wenn wir also die Ursache f\u00fcr die Spaltung bek\u00e4mpfen, dann packen wir das Problem an der Wurzel, anstatt Symptombek\u00e4mpfung zu betreiben.<\/p><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-stackable-text stk-block-text stk-block stk-80f7628\" data-block-id=\"80f7628\"><p class=\"stk-block-text__text\">Das bedeutet aber auch gleichzeitig, dass es nicht die M\u00e4nner sind, gegen die wir k\u00e4mpfen. Ganz im Gegenteil: proletarische M\u00e4nner sind mit die engsten Verb\u00fcndeten der proletarischen Frauen im Kampf um die Befreiung der Geschlechter. Auf sie k\u00f6nnen wir z\u00e4hlen, wenn es darum geht den Kapitalismus und damit unsere \u00f6konomische Ausbeutung auf den M\u00fcllhaufen der Geschichte zu werfen. Auf sie m\u00fcssen wir z\u00e4hlen, wenn es darum geht das Patriarchat entschlossen in anderen und uns selbst zu bek\u00e4mpfen. Nicht die M\u00e4nner sind unser Feind, sondern der Kapitalismus und das Patriarchat!<\/p><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-stackable-text stk-block-text stk-block stk-6f3be68\" data-block-id=\"6f3be68\"><p class=\"stk-block-text__text\">Das bedeutet also, wenn wir uns als Frauen gemeinsam organisieren und zusammenschlie\u00dfen, dann erk\u00e4mpfen wir die Befreiung von allen Arbeiter:innen, dann k\u00f6nnen wir uns gemeinsam zu starken K\u00e4mpferinnen entwickeln f\u00fcr die Frauenrevolution und f\u00fcr den Sozialismus!<br><br><\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das System in dem wir leben liefert die Notwendigkeit f\u00fcr eigene Frauenorganisationen, um es entsprechend angemessen bek\u00e4mpfen zu k\u00f6nnen. Die Frau der Arbeiter:innenklasse wird durch verschiedene Formen im Kapitalismus und Patriarchat unterdr\u00fcckt. 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